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02.05.2022
Pressemitteilungen

„Wie eine Vollbremsung bei 180 km/h“ – Ukraine-Krieg bremst Baugewerbe aus

„Eigentlich hätte es Anfang 2022 nicht besser für das Baugewerbe laufen können: Die Auftragsbücher waren voll, der Auftragsstand war bundesweit so hoch wie nie. Die Corona-Krise schien überwunden. Doch seit dem 24. Februar befindet sich die Bauwirtschaft in einer noch nie dagewesenen Situation“, leitet Dr. Schetter, Geschäftsführender Gesellschafter der Kammerdiener Peegut Gruppe, Gersfeld (Rhön), den Online-Austausch, zu dem der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. vergangenen Mittwoch eingeladen hat, ein.

Dr. Michael Pielert, Geschäftsführer der Fr. Fisseler GmbH & Co. KG, Korbach, fasst in seinem Erfahrungsbericht als Unternehmer die aktuelle Lage der Bauunternehmen folgendermaßen zusammen: „Es ist wie eine Vollbremsung bei 180 km/h. Zwar hat das Baugewerbe sei März 2020 diverse Schocks erlitten, dennoch ist es stets gelungen, die Bautätigkeit aufrechtzuerhalten.“ Dies sei nun, in Anbetracht der massiven Lieferengpässe und -verzögerungen, nicht mehr gewährleistet. 80% der hessischen Bauunternehmen sehen die größte Baubehinderung aktuell in den Lieferengpässen ihres Materials.

Wichtig für die Betriebe sei nun die Unterstützung von außen. So sollten öffentliche Auftraggeber weiterhin Geld in die Infrastruktur und hiesige Wirtschaft investieren, um die Nachfrage weiterhin hoch zu halten. Außerdem sollten die Preisgleitklauseln genutzt werden. Von der Politik fühlen sich viele Unternehmen im Stich gelassen. Während private Auftraggeber großes Verständnis für die Situation der Bauunternehmen zeigen, ist dies im öffentlichen Bereich noch nicht der Fall. Zustätzlich sorgt das Hin und Her bezüglich der KfW-Förderung für große Unsicherheit bei allen Beteiligten.

Herr Dr. Maximilian Jordan, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht bei Kapellmann und Partner Rechtsanwälte in Frankfurt am Main, empfiehlt den Bauunternehmern den Dialog mit den Auftraggebern zu suchen. Denn sowohl die Auftraggeber- als auch die Auftragnehmerseite seien äußeren Einflüssen ausgesetzt und in der Regel an einem konstruktiven Ausgang der Situation interessiert.

 

 

Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. hat am 27. April seine Mitgliedsunternehmen und Hochschulvertreter zu einem Online-Austausch zum Thema: „Corona, Ukraine, Inflation & Lieferengpässe – wie sind die Aussichten für die Bauwirtschaft“? eingeladen. Im zweistündigen Austausch, zu dem sich etwa 100 Personen angemeldet haben, erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über ihre aktuelle Lage sowie die Zukunftsperspektiven des Baugewerbes auszutauschen.

Ihre Ansprechpartnerin:

Lena Brucato

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 069 / 9 58 09-222
E-Mail: brucato@bgvht.de

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