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29.01.2026
Pressemitteilungen

BIM, Kreislaufwirtschaft und Umsetzung: Circle zeigt, was die Bauwirtschaft jetzt braucht

Offenbach am Main – Die Bauwirtschaft steht vor einer zentralen Aufgabe: Materialien müssen künftig konsequent im Kreislauf geführt werden. Technische Lösungen dafür existieren längst – doch ihre Anwendung bleibt hinter den Möglichkeiten zurück. Beim Neujahrsempfang von Circle wurde deutlich, woran es hakt, welche Rolle Building Information Modeling (BIM) dabei spielt und warum Kooperation der entscheidende Faktor für Fortschritt ist.

Technik ist da – Umsetzung bleibt die Herausforderung

In der fachlichen Diskussion zeigte sich ein klares Bild: BIM bietet großes Potenzial für Transparenz, Lebenszyklusbetrachtung und Zirkularität, insbesondere im Rückbau und im Umgang mit Bestandsgebäuden. Dennoch fehlt es in vielen Bereichen an konkreter Nachfrage. Vor allem im Außenanlagenbau wird BIM bislang kaum eingesetzt – trotz der Möglichkeit, Materialien systematisch zu erfassen und als Ressource nutzbar zu machen. „Die BIM-Nutzung der Bau- und Ausbauunternehmen liegt bei gerade einmal 18%, die Quote der eingesetzten Recyclingbaustoffe ist noch geringer“, verdeutlicht Daniel Imhäuser, Initiator des Circle, die Relevanz.

Hinzu kommen strukturelle Hürden: unklare Standards, fragmentierte Kommunikation und rechtliche Rahmenbedingungen, die den Einsatz von Recyclingmaterial erschweren. Besonders problematisch bleibt die Einordnung von Recyclingbaustoffen als „Abfall“.

Auftraggebende als Schlüssel für Marktentwicklung

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Die Auftraggebenden, insbesondere die öffentliche Hand, sind der wichtigste Hebel, um BIM und Kreislaufwirtschaft in die Breite zu bringen. Zirkularität muss künftig verbindlich in Ausschreibungen und Planungsprozesse integriert werden, vor allem im Bestand.

Gabriele Schmücker-Winkelmann, Vizepräsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, plädiert für neue Wege: „Ich wünsche mir Reallabore, in denen wir jenseits der üblichen Verfahren zeigen können: Es geht – auch im Bestand.“ Genau dort können neue Ansätze erprobt und Unsicherheiten abgebaut werden.

BIM als Werkzeug für bessere Prozesse – nicht als Selbstzweck

Deutlich wurde auch: BIM wird von vielen Unternehmen weniger als Planungsmethode verstanden, sondern als Mittel zur Verbesserung betrieblicher Abläufe – etwa in Wartung, Instandhaltung oder im Management von Gebäuden. Prof. Dr. Lisa Lenz, Gründerin und Geschäftsführerin der Building Information Cloud GLWG GmbH, betonte in ihrer Keynote: „Es geht nicht um schicke 3D-Modelle, sondern darum, Prozesse wirklich besser zu machen – und das gelingt nur mit guter Kommunikation.“

Gerade hier liegt die Verbindung zur Kreislaufwirtschaft. Luisa Rinn, Geschäftsführerin von Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. unterstrich: „Das Potenzial von BIM für Zirkularität ist immens – vor allem, weil transparent wird, welche Produkte verbaut sind, welche Lebensdauer sie haben und wie sie recycelt werden können.“

Kulturwandel als Voraussetzung für Veränderung

Neben Technik und Prozessen ist ein grundlegender Mindsetwechsel notwendig. Materialien dürfen nicht länger als Abfall, sondern müssen als Wertstoffe betrachtet werden. Kommunikation, Zusammenarbeit und Lernen über Unternehmensgrenzen hinweg wurden als entscheidend für Akzeptanz und Umsetzung benannt. Thomas Reimann, Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., bringt es auf den Punkt: „Solange Recyclingbaustoffe als Abfall gelten, wird niemand Häuser daraus bauen.“

Circle: Umsetzung findet bereits statt

Circle zeigt, wie dieser Anspruch in die Praxis überführt werden kann. Daniel Imhäuser, Initiator von Circle, betonte: „Über 80 Unternehmen haben verstanden, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als allein.“

Circle ist ein unternehmensübergreifendübergreifendes Ökosystem aus über 80 Partnerunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau. In Pilotprojekten, Reallaboren, Workforces und Fortbildungsformaten wird Kreislaufwirtschaft bereits konkret umgesetzt: Materialien werden erfasst, digitale Prozesse erprobt und Wissen systematisch geteilt.

Der Neujahrsempfang machte deutlich: Circle diskutiert Kreislaufwirtschaft nicht – Circle praktiziert sie. Hier entstehen reale Projekte, hier findet kontinuierlicher Austausch statt, und hier wird gezeigt, wie BIM, Kooperation und Praxis zusammenspielen können.

Fotos: Eva Kühl/Circle

Ihre Ansprechpartnerin:

Lena Brucato

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 069 / 9 58 09-222
E-Mail: brucato@bgvht.de

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