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31.08.2017
Pressemitteilungen

Teure Entsorgung treibt Baukosten weiter in die Höhe

Neue Deponien und Verwertungsanlagen sind dringend erforderlich

Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. warnt angesichts der vom Hessischen Statistischen Landesamt im Juli veröffentlichten Zahlen vor einem Anstieg der Bau- und Entsorgungskosten. Vor allem die Verwertung von Straßenausbaustoffen mit teer- und pechtypischen Bestandteilen stellt die Bauunternehmer vor Probleme. Dadurch wird der Abbau des Sanierungsstaus der öffentlichen Infrastruktur deutlich gehemmt. Aber auch Neubauten im Wohnungsbau oder öffentlichen Einrichtungen sind von steigenden Entsorgungskosten betroffen.

Besorgniserregend ist im Baubereich insbesondere die Verschiebung von „nicht gefährlichem Abfall“ hin zu „gefährlichem Abfall“. Im Jahr 2015 betrug die Menge der in Hessen angefallenen gefährlichen Abfälle 1,76 Millionen Tonnen.

44 Prozent der gesamten gefährlichen Abfälle entstanden im Zuge von Bau- und Abbruchmaßnahmen. Wesentlicher Grund für den Anstieg: Das politische Ziel ist die Vernichtung der teer- und pechtypischen Bestandteile. Diese fallen bei der dringend nötigen Sanierung von öffentlichen Straßen an. Eine Wiederverwertung – wie dies bis Ende 2016 möglich war – oder Deponierung dieser Abfälle ist seit 1.1.2017 in Hessen verboten.

„Für die thermische Verwertung – den heute einzig zulässigen Weg – steht östlich des Rheins nicht eine einzige Anlage bereit. Straßenaufbruch aus kohlenteerhaltigen Bitumengemischen kann nur in die Niederlande gefahren und dort verbrannt werden. Etablierte Verwertungs- und Recyclingwege werden durch politische Vorgaben und bürokratische Auflagen erschwert. Weite Transportwege und logistische Anforderungen zur Entsorgung machen die Bauprozesse bereits heute aufwändig – das wird sich extrem verschärfen. Ein Problem, das die Politik auch selbst geschaffen hat,“ warnt Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. „Die Vernichtung dieser Stoffe mit krebserzeugender Wirkung ist zweifellos richtig. Ohne eine Möglichkeit der thermischen Entsorgung in Deutschland werden jedoch die Baukosten und die verkehrsbedingten Umwelt-Belastungen weiter steigen. Leidtragende sind Bürger und Umwelt.“

Dies spiegelt sich auch in dem aktuellen Entwurf der Mantelverordnung auf Bundesebene wider, den der Verband sehr kritisch sieht. Die Folgen betreffen besonders Hessen als Transitland: Die zunehmende Verbringung der Bauabfälle verlängert die Transportwege, erhöht die Kosten und führt zu verstärkten Belastungen der Infrastruktur und der Umwelt durch die Abgase der LKW.

„Wenn hier nicht gegengesteuert wird, stehen öffentliche Auftraggeber vor dem Problem, dass sie ihre Bauvorhaben nur zu deutlich über ihrem Budget liegenden Preisen realisieren können. Weniger Straße für das gleiche Budget ist die Folge,“ warnt Rainer von Borstel.

Ihre Ansprechpartnerin:

Lena Brucato

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 069 / 9 58 09-222
E-Mail: brucato@bgvht.de

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