
Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. (VbU) spricht sich gegen die Einführung zusätzlicher Steuern auf Baustoffe aus und widerspricht in diesem Punkt dem Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU). Dies sieht unter anderem eine stärkere Berücksichtigung von Umwelt- und Klimalasten bei neu hergestellten Baustoffen vor. Der VbU setzt stattdessen auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft durch bessere Ausschreibungen.
„Wer Baustoffe noch zusätzlich besteuert, verteuert Bauen und damit in der Konsequenz das Wohnen. In der ohnehin angespannten Lage des Wohnungsmarkts und der Bauwirtschaft ist das ein falsches Signal. Denn es sind nicht nur Unternehmen, die die gestiegenen Preise tragen, schlussendlich zahlen sie die Mieter“, erklärt Thomas Reimann, Präsident des Verbands.
Der Verband betont zudem, dass eine Kreislaufwirtschaft im Bau nicht durch neue Steuern entsteht, vielmehr müsse die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Denn in der Praxis sind in öffentlichen Ausschreibungen häufig weiterhin natürliche Gesteinskörnungen vorgegeben oder Recyclingmaterialien pauschal ausgeschlossen. Dadurch werde der Einsatz recycelter Baustoffe in der Praxis erheblich erschwert.
Thomas Reimann weiter: „Recycling-Baustoffe haben zudem ein Image-Problem. Sie werden oftmals als ‚Abfall‘ wahrgenommen, obwohl sie primären Baustoffen qualitativ gleichwertig sind. Das muss sich ändern. Daher ist der Ansatz, Sekundärstoffe bei Ausschreibungen zu priorisieren, der richtige Weg.“
Positiv bewertet der Verband, dass Bundesumweltminister Carsten Schneider den diskutierten Steuerplänen auf Baustoffe vorläufig eine Absage erteilt hat.
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